An Ostern in die Kirche gehen?

Eine Hilfestellung, ob man in diesen Tagen an einem Gottesdienst teilnehmen sollte

Die Stimmung in unserem Land ist seit einigen Wochen am Tiefpunkt. Manche haben kein Verständnis dafür, warum nicht mehr gelockert wird. Andere beklagen, dass die Politik nicht viel härter durchgreift.

Auch beim Thema Gottesdienst sind die Meinungen ähnlich kontrovers. Es gibt laute Stimmen, die fordern: „Wie können die Kirchen es jetzt noch wagen, Gottesdienste anzubieten? Das ist unverantwortlich und ungerecht gegenüber allen, die ihr Geschäft nicht öffnen dürfen.“ Genauso vehement betonen andere: „Gerade jetzt muss die Kirche für die Menschen da sein. Wenn die Kirchengemeinden aus Angst ihre Kirchentüren verschließen, jetzt wo die Menschen Beistand und Begleitung brauchen, dann wird sie nach der Krise gar keiner mehr ernst nehmen.“ Und dann gibt es sehr viele, die zwischen diesen beiden Positionen hin und her gerissen sind und selbst nicht wissen, was die beste Lösung ist.

Was also tun? Kann man an Ostern mit guten Gewissen einen Gottesdienst besuchen? Oder ist es besser und verantwortungsvoller zuhause zu bleiben? Unser Ratschlag: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

 

Wird Ihnen bei dem Gedanken, mit anderen Menschen in einem geschlossenen Raum zu sitzen, unwohl und Sie haben Sorge, dass Sie sich oder andere in Gefahr bringen könnten?

Dann bleiben Sie mit gutem Gewissen zu Hause! Wir merken, wie unterschiedlich Menschen mit der Krise umgehen und dass es nicht eine einfache Lösung gibt. Unsere Gottesdienst sind ausdrücklich ein Angebot, keine Zwangsveranstaltung. Es gibt gute Alternativen, wie man auch in den eignen vier Wänden Gottesdienst feiern, beten und Gottes Wort hören kann, zum Beispiel den Video-Gottesdienst unseres Kirchenbezirks (hier klicken) oder die wöchentliche Telefon-Andacht der Hermannsburger Gemeinden (zu hören unter: 05052 989974).

 

Der Gottesdienst tut Ihnen gut und Sie freuen sich schon jetzt darauf, mit anderen zusammen Karfreitag und Ostern zu feiern?

Dann kommen Sie gerne in unsere Gottesdienste. Die Erfahrungen mit den Weihnachtsgottesdiensten im letzten Jahr haben gezeigt, dass die Hygienekonzepte der Kirchengemeinden gut funktionieren und verantwortungsvoll umgesetzt werden. Zusätzlich haben wir in unserer Gemeinde die Länge und Gestaltung der Gottesdienste an die aktuelle Situation angepasst. Der Gottesdienstbesuch ist so nicht gefährlicher als der Einkauf im Supermarkt oder der Besuch beim Arzt - und für das seelische Wohlbefinden genauso systemrelevant.

 

Wenn man den Expertinnen und Expertinnen glauben darf, wird sich ab Herbst die Lage entspannen. Aber schon jetzt feiern wir das Osterfest in der Gewissheit, dass unser Herr Jesus Christus den Tod für uns überwunden hat. Und das ist nicht davon abhängig, ob wir an Ostern zuhause oder in der Kirche sind.

 

Ihre Pastoren 

Hans-Heinrich Heine und Simon Volkmar