Andacht zur Jahreslosung

Liebe Leserinnen und Leser,

Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Wie großartig ist dieses Wort zum neuen Jahr! Wunderbar! Können wir nun alles vergessen, das uns in der Vergangenheit, im letzten Jahr belastet hat, das nicht gut gelaufen ist und den Frieden der Welt in Frage stellt? Perfekt, einfach neu anfangen zu dürfen, auf „Null“ zurückgestellt, keine Sorgen, keine Krankheiten, kein Streit, keine Kriege und keine Schulden. 

„Siehe, ich mache alles neu!“ - ein großartiges Versprechen! 

Zum Jahreswechsel blicken wir gern zurück: Was war gut, wofür bin ich dankbar? Was war weniger gelungen? An welcher Stelle kann ich nachbessern? Wie ist die Welt um uns herum? Immer noch Kriege, Leid und Ungerechtigkeiten, kein Ende in Sicht. Was erwartet uns in diesem Jahr? Diese Frage stellt sich persönlich, gesellschaftlich, politisch, auch in der Kirche. 

„Siehe, ich mache alles neu!“  - der Satz drückt Hoffnung aus.

Während ich über den Text der Jahreslosung 2026 nachdenke, haben wir vergleichsweise viel Schnee im Norden. Die winterliche Welt sieht neu, anders, sauberer und strahlender aus - der Alltag und der „Dreck“ sind nicht zu sehen und die Welt scheint sich sogar langsamer zu drehen. So kann es bleiben - ein länger nicht dagewesenes, friedliches Bild! 

„Siehe, ich mache alles neu!“ Prima! 

Was erwartet mich und uns alle in diesem begonnenen Jahr?  Wenn wir die täglichen weltpolitischen Nachrichten sehen oder lesen, kann es einem Angst und Bange werden! Werden wir weiterhin in Frieden leben dürfen? Oder werden einige wenige Politiker die demokratischen Werte der Gesellschaften und Länder unserer Welt auf den Kopf stellen? 

„Siehe, ich mache alles neu!“ Lieber Gott - am besten heute! 

Die unterschiedlichen Ansichten zu bestimmten Themen innerhalb unserer 
Kirche belasten viele Mitglieder - werden wir als Kirche auf dem gemeinsamen Weg bleiben oder getrennte Wege gehen? Entsteht etwas Neues? Macht uns das Neue, Unbekannte Angst oder gibt die Jahreslosung sogar Hoffnung?   

„Siehe, ich mache alles neu!“  - wie tröstlich! 

Stop - wo ist mein Eigenanteil an der positiven Entwicklung und dem Guten in diesem Jahr? Darf ich mich einfach zurücklehnen und abwarten, dass Gott schon alles neu machen wird? Ich lese mal den Kontext in der Offenbarung, Kapitel  21, aus der dieser Leitsatz für dieses Jahr genommen ist. 

Johannes hatte eine Vision: Einen neuen Himmel und eine neue Erde! In der neuen Welt gibt es nichts Negatives, kein Leid, keine Schmerzen, keinen Tod. Zu schön, um wahr zu sein? Weiter im Text lesen wir vom Mut, sich trotz aller Widrigkeiten und Gefahren nicht vom Glauben abbringen zu lassen… 

Wie passt dieses Leitwort 2026 nun zu uns und in unsere heutige Welt? Auf den ersten Blick wie der Schnee: Decke drüber und alles gut! Auf den zweiten Blick?  Legen wir mal die Betonung auf das Wort „Siehe!“ - aha! Seien wir aufmerksam und lassen wir uns mitnehmen zu dem „Siehe, ich mache alles neu!“ 

Wir dürfen getrost sein, dass Gott unseren Weg kennt und begleitet. Und trotz seiner Begleitung überlässt er jeder/jedem von uns die eigene Verantwortung, die Welt ein bisschen zu verbessern - und das neu zu machen, das wir in unserem Umfeld, in unseren Familien und unseren Gemeinden in der Lage zu tun sind! Auch wir können im Kleinen jeden Tag „die Welt neu machen“ - packen wir es an! 

Bleiben Sie behütet und kommen Sie gut durch das Jahr 2026 mit viel Mut, Gottvertrauen und Hoffnung im Gepäck! 

Herzliche Grüße!

Brigitte Behn
(Mitglied der Redaktion des Boten)

 

Bild: Sergey Shmidt / www.unsplash.com